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Darum empfiehlt die DGE eine vegane Ernährung nicht

von Vegan Fit Werden

Die DGE ist eine Institution: Seit Jahrzehnten richtet sich ganz Deutschland nach ihren Ernährungsempfehlungen. Veganer sind oft irritiert, denn die DGE sieht offenbar eine vegane Ernährung kritisch. Wir haben uns das einmal näher angesehen: Was genau steht denn da wirklich?

Wer ist die DGE und was hat sie gegen eine vegane Ernährung?

DGE ist die Abkürzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ihre Empfehlungen und Leitlinien beeinflussen Forscher wie auch Ernährungsfachberater. Was hierzulande auf den Teller kommt, hängt also nicht zuletzt davon ab, was die DGE vorschlägt. Wenn sie sich nun zur veganen Ernährung besonders kritisch äußert, dann muss da etwas dran sein. Das könnte man zumindest annehmen.

DGE zur veganen Ernährung: Keine Empfehlung für bestimmte Personen!

Es gibt eine Kurzfassung der Empfehlungen zur veganen Ernährung (1). Dort steht sinngemäß, eine rein pflanzliche Ernährung werde für bestimmte Personengruppen nicht empfohlen: Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche. Auch die Begründung klingt plausibel. Eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen könne nämlich nicht gewährleistet werden, heißt es.

Konkret nennt die DGE an dieser Stelle folgende Nährstoffe:

  • Vitamine: vor allem B12, aber auch Vitamin D
  • Protein: bestimmte Aminosäuren
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Mineralien: Calcium, Eisen oder auch Selen.

Ähnlich sieht es die Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE) und – mit Abstrichen – die österreichische Gesellschaft ÖGE.

Bevor wir dazu übergehen, diese Empfehlung genauer zu prüfen, werfen wir aber einen Blick auf die Langfassung der DGE-Empfehlungen zur rein pflanzlichen Ernährung. Die gibt es natürlich auch online (2). Und da stellt sich etwas Erstaunliches heraus: Die DGE klingt nun nicht mehr so kritisch!

DGE-Empfehlung in der Langfassung weniger kritisch

Zunächst fällt auf, dass der veganen Ernährung sogar Positives abgewonnen werden kann. Denn wer sich etwa mit viel ballaststoffhaltigem Getreide ernährt, etwa bei Vollkorn, der lebt gesünder. Damit einher geht nachweislich eine Risikominimierung. Im Klartext: Wer rein pflanzlich isst, wird seltener an den sogenannten Zivilisationskrankheiten leiden. Die DGE erwähnt hier ausdrücklich Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes vom Typ 2 (Quelle 2, Frage 20).

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Voraussetzung dafür ist stets eine gute Planung! Denn nur mit viel Hintergrundwissen lässt sich Nährstoffmangel vermeiden.

Was heißt gute Planung bei rein pflanzlicher Kost?

Manche der sogenannten kritischen Nährstoffe sind nur ein Mythos. Doch im Fall von B12 stimmt es: Dieses wichtige Vitamin nehmen tatsächlich viele Menschen nicht in ausreichendem Maße zu sich.

Das Interessante daran: Selbst Mischköstler haben oft damit Probleme, und das sogar je mehr, desto älter sie sind. Die besten B-12-Spiegel finden sich bei Personen, die Nahrungsergänzungsmittel einnehmen! Wenn du also zusätzlich B12 zu dir nimmst, bist du auf der sicheren Seite. Denn Nahrungsergänzungsmittel sind im Gegensatz zu vielen neuartigen B-12-Quellen sehr gut erforscht und damit absolut unbedenklich.

Was nicht heißt, dass es dann nichts mehr für dich zu tun gäbe. Denn auch darauf besteht die DGE: Du solltest nährstoffreiche Lebensmittel bevorzugen. Das sind solche, die viele nützliche Inhaltsstoffe aufweisen. Bei Nüssen sind das etwa Walnüsse, weil sie viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren haben.

Und die dritte Empfehlung, wenn deine vegane Ernährung gesund sein soll: Nimm eine Ernährungsberatung in Anspruch! Sie könne, so heißt es, bei der richtigen Auswahl und Zubereitung des veganen Essens helfen. Aber auch das lässt sich auf andere Personengruppen ebenso anwenden. Wer weiß schon genug zu diesen wichtigen Fragen? Zudem ändern sich manche Empfehlungen und Leitlinien im Lauf der Jahre. Was du in der Schule gelernt hast, kann schon bald veraltet sein.

Die drei Empfehlungen der DGE zu veganer Ernährung auf einen Blick:

  1. dauerhafte Nahrungsergänzung mit B12
  2. nährstoffreiche Lebensmittel haben Vorrang
  3. Ernährungsberatung in Anspruch nehmen

Interessanterweise bestätigt etwa auch das Bundesinstitut für Risikobewertung, dass gerade Veganer überdurchschnittlich gut informiert sind, was ihre Ernährung betrifft (3).

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Unterschiede zwischen Mischkost laut DGE-Empfehlung und veganer Kost

Zudem gibt es kaum Unterschiede zwischen dem, was ein Veganer isst und den DGE-Empfehlungen für Mischköstler. Nur 25 Prozent sind anders, weil das der Anteil von Fleisch, Milch und Käse ist. Die restlichen 75 Prozent sind deckungsgleich: Es handelt sich dabei um viel Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Samen und Obst. Was bei Mischkost anders ist, lässt sich vegan leicht ersetzen (4).

Du kannst also durchaus bedarfsdeckend und vegan leben! Das zeigt auch ein Blick in die USA.

ADA ist die heutige Academy of Nutrition an Dietetics, ehemals American Dietetic Association. Also die DGE für die USA: Sie sagt seit mehr als 15 Jahren, dass es möglich ist, sich vegan und dennoch gesund zu ernähren. Ausdrücklich nennt die ADA alle Lebensabschnitte und -phasen, wie Schwangere, Stillende, Ältere und sogar Athleten (5).

Weitere Fachgesellschaften schließen sich dieser Sichtweise an:

  • Portugal: DGS, Direção-Geral da Saúde
  • Kanada: Dietitians of Canada
  • Australien: National Health and Medical Research Counsil
  • Großbritannien: British Dietetic Association

Wieso interpretieren diese Gesellschaften das anders?

Die Frage ist berechtigt, denn die Studienlage ist in den USA nicht anders als bei uns. Doch es gibt ein paar andere Unterschiede.

Beispiel B12: In den USA ist wie auch in Kanada eine B-12-Anreicherung erlaubt. In der EU hingegen nicht! Doch Menschen, die solche Produkte zu sich nehmen, bekommen natürlich eine ganz andere Versorgung. Das betrifft zum Beispiel rein pflanzlichen Joghurt, in dem bereits B12 zugesetzt ist.

Beispiel Selen: Es zählt zu den problematischen Mineralien, weil europäische Böden ärmer daran sind als die Böden in Nordamerika. Du nimmst Selen vor allem mit Getreide zu dir. Hat nun der Boden, aus dem dein Getreide kommt, wenig Selen, besteht die Gefahr der Mangelversorgung. Mischköstler haben hier Vorteile, weil die EU eine Anreicherung von Tierfutter mit Selen erlaubt.

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Fazit

Die DGE sieht vegane Ernährung nur dann kritisch, wenn diese unreflektiert vonstatten geht. Sie erkennt an, dass mit guter Planung auch eine vegane Ernährung gesund sein kann. Es gibt nämlich bestimmte Mineralien, Vitamine und Aminosäuren, auf die du achten solltest. Wichtig ist deshalb eine sehr gute Kenntnis grundlegender Zusammenhänge. Wenn sie vorhanden ist, steht deiner veganen Ernährung nichts im Weg!

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Achtest du auf Hinweise der Deutschen Gesellschaft für Ernährung? Schreibe uns jetzt deinen Meinung unten in die Kommentare!

Quellen:

1) DGE – Ernährungsempfehlung Kurzfassung
2) DGE – FAQ zur veganen Ernährung
3) BfR – Veganer sehr gut informiert
4) Nico Ritter, „Vegan-Klischee adé!“, S. 13.
5) Position der ADA zur veganen Ernährung

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