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Zero Waste – Ein Leben ohne Abfall

von Vegan Fit Werden

Was ist Zero Waste?

Zero Waste steht wörtlich übersetzt für „Null Abfall“. Das angestrebte Ziel der Zero Waste Bewegung ist einfach: Durch nachhaltiges Verhalten in unterschiedlichen Lebensbereichen wird versucht, den entstehenden Müll auf ein Minimum zu reduzieren. Im Idealfall auf null runterzufahren. Bereits im Jahre 2002 wurde die ZWIA (Zero Waste International Alliance) gegründet.

Die Alliance definiert Zero Waste wie folgt

Zero Waste: Die Bewahrung aller Ressourcen mittels verantwortungsvoller Produktion, Konsum, Wiederverwendung und Rückgewinnung von Produkten, Verpackungen und Materialien ohne Verbrennung und ohne Absonderungen zu Land, Wasser oder Luft, welche die Umwelt oder die menschliche Gesundheit bedrohen.

Zero Waste International Alliance

Warum Zero Waste?

Alleine in Deutschland produziert jeder Einwohner laut Umweltbundesamt im Schnitt 220,5 Kilo Abfall im Jahr. Dies entspricht 18,2 Millionen Tonnen Müll im Jahr alleine in der Bundesrepublik. Damit sind wir Europameister – Unvorstellbar! Und der Trend geht weiter zu mehr Müll und Abfall in den kommenden Jahren.

Bei solchen Zahlen wird schnell klar, dass hier ein Wandel stattfinden muss. Schnellstmöglich! Mit Zero Waste kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Kleine Entscheidungen im Alltag können in der Summe große Veränderungen schaffen. Je mehr Menschen dabei an einem Strang ziehen, desto besser.

Zero Waste im Alltag

Wie kannst Du also deinen Beitrag im Alltag leisten? Möglichkeiten hierfür gibt es viele. Einige sind offensichtlich andere nicht direkt. Müll fällt vor allem beim Einkaufen an. Die Entscheidung welche Produkte im Einkaufswagen landen sind maßgeblich für die Menge an Müll die daraus resultiert. Wenn du also den größtmöglichen Effekt schaffen möchtest solltest du in erster Linie deine Kaufentscheidungen überdenken. Dies gilt sowohl für größere Anschaffungen als auch für den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt. Bei Ersterem sollte man sich immer die eine Frage stellen – Brauche ich das wirklich? Jedes Jahr landen unzählige Tablets, Smartphones und andere Geräte auf dem Müll nur weil Hersteller eine neue Version herausbringen. Sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken schont nicht nur den Geldbeutel sondern auch die Umwelt. Win – Win!

Vielleicht muss es aber auch nicht immer gleich etwas neues sein. Durch das Internet und Plattformen wie Rebuy oder Ebay besteht die Möglichkeit gebrauchte Ware zu erwerben oder zu veräußern. Darüber hinaus kommt in einigen Fällen auch der gute alte Trödel-, Floh- oder Secondhandmarkt in Frage.

Beim Einkaufen

Beim wöchentlichen Einkauf gestaltet sich die Einsparung etwas subtiler. Abgepacktes Obst oder Einwaage? Einkaufstasche mitbringen oder Plastiktüten kaufen? Mineralwasser in den Einkaufswaagen oder auf Leitungswasser umsteigen? Kleine Fragen mit großer Wirkung. Zumindest wenn sie von vielen richtig beantwortet werden. Leider ist dies in Deutschland nicht der Fall. Zumindest noch nicht!

Oder wie wäre es mit Selbstversorgung? Im heimischen Garten oder auf dem Balkon lassen sich auch im Kleinen allerlei heimisches Obst und Gemüse züchten. Selbst auf der Fensterbank kann man auch in der kleinsten Wohnung Samen keimen lassen. Gesund, Lecker und Zero Waste!

Im Haushalt

Das bißchen Haushalt kann doch nicht so … viel Müll machen – (sagt mein Mann). Gerade im Haushalt können mit kleinen Anpassungen der Gewohnheiten große Abfalleinsparungen erreicht werden. Zähne putzen ohne Plastik durch nachhaltige Zahnbürsten und selbst-gemachter Zahnpasta. Rasierseife statt Rasierschaum. Einmachgläser statt Plastikverpackung oder selbst hergestellte Reinigungsmittel. Dies sind nur einige Beispiele wie man im Haushalt auf einfache Art den Abfall auf ein Minimum reduzieren kann.

Zero Waste Blogs

Wir bei Vegan Fit Werden verstehen uns in erster Linie als Ratgeber im Bereich veganer Ernährung und Fitness. In unserer Kategorie Lifestyle greifen wir Themen wie Zero Waste auf um einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Für alle die sich gerne tiefer mit der Thematik auseinander setzen möchten empfehlen wir die nachfolgenden Blogs.

Auf Zero Waste Lifestyle veröffentlicht Olga vielseitige Artikel rund ums Thema Zero Waste. In Ihre Rubrik „Nur 5 Schritte“ bringt Sie die Lebenseinstellung einfach und verständlich interessierten Neueinsteigern näher. Neben dem Blog hält Olga Seminare, schreibt Bücher und ist auf YouTube vertreten. Vorbeischauen lohnt sich!

Auf ihrem Blog Einfach Leben teilen Lena und Phillip ihr Wissen rund um Nachhaltigkeit im Alltag. Es gibt geballtes Wissen und jede Menge Inspiration für ein müllfreies Leben. Tipps zum Selbermachen und tolle Rezepte runden das Ganze ab. Wer sich intensiver mit Zero Waste auseinander setzten möchte sollte bei den beiden vorbeischauen. Klare Empfehlung!

Zero Waste Apps

Ein Leben mit weniger Abfall lässt sich auch durch verschiedene Applikation für Smartphone, Tablet oder Computer unterstützen.

Refill App

Refill setzt sich mit ihrer App für das Trinken von Leitungswasser und der damit verbundenen Einsparung von Plastikmüll ein. In der App oder auf der Webseite kann eingesehen werden, wo in der Nähe sich ein Geschäft befindet bei dem kostenlos die mitgebrachte Wasserflasche mit Leitungswasser aufgefüllt werden kann. Es ist verblüffend, wieviele Geschäft in ganz Deutschland diese Möglichkeit bieten.

Wenn du das nächste mal unterwegs bist, dann schau doch mal wo du kostenlos etwas zu trinken bekommst.

Kleiderkreisel

Die App Kleiderkreisel wird den meisten ein Begriff sein. Vielleicht nicht direkt unter dem Gedanken Zero Waste. Aber durch den Verkauf oder Kauf von gebrauchten Kleidern wird genau dies erreicht. Weniger Müll. Dazu bekommt man auf Kleiderkreisel echte Schnäppchen oder kann sich das ein oder andere Geld dazuverdienen.

Bevor du beim nächsten mal deine Kleider oder Schuhe auf dem Kleiderfriedhof beerdigst schau doch mal auf Kleiderkreisel vorbei.

Too Good To Go

„Rette leckeres Essen und bekämpfe die Verschwendung“ – Diesen Claim hat sich Too Good To Go auf die Fahne geschrieben und bietet mit ihrer App genau diese Möglichkeit. Melde dich an und sehe welche Geschäfte oder Restaurants in deiner Nähe Essen für einen Preis von maximal 3,90 Euro zum abholen zur Verfügung stellen. Damit sparst du Geld und sorgst gleichzeitig dafür das diese Lebensmittel nicht in der Tonne landen. Falls du selbst über ein Ladengeschäft oder Lokal verfügst, kannst du natürlich auch entsprechend als Partner registrieren.

Zero Waste Buch

Wer sich weiterführend in das Thema einlesen möchte, für den haben wir nachfolgend zwei tolle Bücher.

Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün

In ihrem Buch Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün beschreibt Shia Su den Weg in ein Leben mit nahezu keinem Abfall. Ohne Verzicht sondern mit Freude am Leben ohne überflüssigem Unrat begleitet Sie den Leser in eine abfallfreie Zukunft. Das Buch ist für 14,99 Euro auf Amazon erhältlich. Darüber hinaus ist Shia auch mit ihrem eigenen Blog Wasteland Rebel! vertreten.

Einfach Leben – Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil

Das Buch ist zwar kein klassisches Buch im Sinne von Zero Waste doch der Minimalismus muss zu einem gewissen Grad immer Teil des Zero Waste Lebenswandels sein. Aus diesem Grund landet das Buch von Lina Jachmann in unserer Buchempfehlung. Das 240 Seiten lange Werk bekommt ihr in der Kindle Editon bereits für 11,99 auf Amazon.

15 Zero Waste Tipps

Wer nicht genau weiß wo er anfangen soll, der findet nachfolgend 15 einfache Tipps für den Alltag.

Tipp 1-5

Keine Plastikstrohhalme verwenden – Dieser Tipp ist sehr einfach umzusetzen. Ob Zuhause oder unterwegs, verzichte auf einen Strohhalm in deinem Getränk.

Keine Coffee To Go (Wegwerfbecher) kaufen – Alleine in Deutschland werden laut Tagesspiegel 2,8 Milliarden Coffee To Go Becher weggeworfen. Das muss nicht sein. Koche dir deinen Kaffee selbst oder bringe einen Becher zum Abfüllen mit ins Geschäft.

Keine Kaffeekapseln verwenden – Wenn du Dir deinen Kaffee selbst kochst, dann verzichte auf die Verwendung von Kaffeekapseln. 4000 Tonnen Kaffeekapseln werden jedes Jahr alleine in der Bundesrepublik weggeworfen.

Kaufe regional und saisonal – Wer regional und saisonal kauft, kann nicht nur jede Menge CO2 einsparen sondern auch Abfall sparen. Denn gerade auf Märkten bekommt man frische Ware ohne unnötiges Verpackungsmaterial.

Seife statt Shampoo – Spart Geld, spart Platz, spart Plastik. Waschseife ist eine echte Alternative zu Shampoo. Vegane Seife natürlich 100% Vegan.

Tipp 5-10

Papiertaschentücher im Kartonspender – Doppelt in Plastikfolie verpackte Papiertaschentücher müssen nicht sein. Einfach beim nächsten Einkauf zum praktischen Kartonspender greifen.

Bitte keine Werbung Sticker – Mit diesem einfachen Sticker an Deinem Briefkasten setzt du sofort ein Zeichen für weniger Abfall. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn mehr Menschen auf Werbung „verzichten“ wird auch weniger produziert.

Leitungswasser trinken – Statt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen kann in Deutschland auch einfach das Leitungswasser getrunken werden. Das Wasser der Bundesrepublik hat perfekte Trinkqualität und steht gekauften Wasser aus dem Supermarkt oftmals in nichts nach.

Share Economy – Leihen statt kaufen. Spart nicht nur Geld sonder schont auch gleich die Umwelt. Apps wie Fainin helfen dabei Dinge zu verleihen oder auszuleihen.

Tauschen statt kaufen – Genau wie beim Leihen gibt es auch hier Apps die einen einfachen Tauschhandel ermöglichen. Swapper ist eine davon.

Tipp 10-15

Verkaufen oder Verschenken – Was man selbst nicht mehr möchte muss nicht immer gleich auf den Müll. Was für einen selbst nur noch Unrat ist, kann für jemand anderes ein echtes Fundstück sein. Bevor man also etwas wegwirft sollte man zuerst das Verkaufen, Verschenken oder Spenden in Betracht ziehen.

Keine Fertiggerichte kaufen – Schnell gekauft, Schnell zubereitet und schnell weggeworfen. Fertiggerichte sind in der Regel meist unnötig aufwendig verpackt. Verzichte auf solche Lebensmittel und koche stattdessen selbst. Schmeckt besser, ist gesünder und spart dabei auch noch jede Menge Abfall.

Finde Unverpackt-Läden in deiner Nähe – Die guten alten Tante Emma-Läden. Auch heute sind sie noch etwas versteckt zwischen großen Supermarktketten zu finden. In sogenannten Unverpackt-Läden bringst du das Verpackungsmaterial für die Ware selbst mit. Hier kannst du Dir deinen Reis oder Pasta direkt abgewogen in ein mitgebrachtes Glas füllen lassen. Schau im Netz. Einen Laden findest du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in deiner Nähe.

Zero Waste Apps nutzen – Weiter oben haben wir eine Liste Apps gegen Abfall vorgestellt. Suche Dir die für dich passenden Applikationen raus und nutze sie in deinem Alltag.

Werde Selbstversorger – Wer einen Garten oder großen Balkon besitzt, kann einfach und kostengünstig eigenes Obst und Gemüse anbauen. Aber auch ohne lassen sich zum Beispiel in der eignen Küche einfach Samen selber keimen. So wird man, auch wenn nur im ganz Kleinen, zum heimischen Selbstversorger und schont damit die Umwelt.

Zero Waste 30 Tage Challenge

Wage den Selbstversuch für 30 Tage. Versuche die oben genannten Tipps für die nächsten 30 Tage in deinen Alltag zu integrieren. Wenn du gefallen daran findest dann natürlich auch darüber hinaus. Notiere dir jeden Tag, was du an Abfall gespart hast und schaue Dir am Ende der 30 Tage noch einmal die gesamte Menge an. Du wirst verblüfft sein wieviel Müll sich so ansammelt.

Zusammenfassung

Zero Waste ist im Grunde ein toller Gedanke doch lässt er sich im Alltag oft nicht zu 100% Umsetzen. Aber auch wenn es nicht gleich Zero Waste ist so macht auch nur Less Waste (weniger Müll) einen großen Unterschied. Wenn jeder etwas mehr auf sein Verhalten im Umgang mit den Ressourcen der Erde achtet kann dadurch etwas großes entstehen.

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Was hältst du von Zero Waste? Achtest du auf den Umgang mit Müll im Alltag? Schreib uns unten einen Kommentar.

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