Home Featured Zucker oder Süßstoff

Zucker oder Süßstoff

von Vegan Fit Werden

Wenn schon kein Zucker, dann vielleicht lieber Süßstoff?

Aber Süßstoff macht auch dick und man bekommt Krebs, wenn man zu viel davon konsumiert – Oder nicht?

Diese und weitere Fragen hast du bestimmt schon einmal gehört. Um Zucker und Süßungsmittel kursieren allerhand Gerüchte und Halbwahrheiten. Neben den altbekannten Süßstoffen und dem gewöhnlichen Haushaltszucker drängen immer neue Marken und Rezepturen auf den Markt.

Hier den Überblick zu behalten ist schwierig.

Aus diesem Grund haben wir einmal alles Wissenswertes zum Thema für dich zusammengefasst.

Zucker

Der handelsübliche Kristallzucker wird hauptsächlich aus Zuckerrohr gewonnen. Darüber hinaus gibt es Rüben- oder Ahornzucker.

Ein Gramm Zucker besitzt 4,1 kcal.

Verwendung findet er beim Süßen von unterschiedlichen Lebensmitteln. Bei einem übermäßigen Verzehr können vielerlei gesundheitliche Risiken entstehen. Nachweislich ist Zuckerkonsum förderlich für die Bildung von Zahnkaries.

Auch die Ausbildung von Diabetes Typ 2 kann auf einen hohen Zuckerkonsum zurückzuführen sein. Hier redet man auch von einer sogenannten Insulinresistenz. Auch Hyperaktivität (Hyperaktives Verhalten) und ADHS werden laut Studien durch Zuckerkonsum gefördert.

Aktuell gibt es 160 Studien die Zuckerkonsum und Suchterscheinungen untersuchen. Wissenschaftliche eindeutige Beweise gibt es keine. In einer groß angelegten Studie mit Ratten wurden allerdings Anzeichen von Suchtverhalten festgestellt. Ob diese auf den Menschen übertragbar sind, ist noch umstritten.

Allgemein kann man aber sagen, dass ein hoher Zuckerkonsum viele Nachteile für die Gesundheit nach sich zieht. Aus diesem Grund sollte der eigene Zuckerkonsum nach Möglichkeit auf ein Minimum reduziert werden. Dies ist heutzutage nicht immer leicht, da sich in vielen Lebensmittel oftmals versteckter Zucker befindet.

Ein Verzehr von vorrangig naturbelassenen, unverarbeiteten Lebensmittel ist zu bevorzugen.

Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten oftmals große Mengen an Zucker.

Süßstoff

Süßstoffe und Süßungsmittel sind natürlich vorkommende oder synthetisch erzeugte Ersatzstoffe für Zucker.

Die Süßkraft dieser Stoffe ist je nach Art um ein vielfaches höher.

Als Referenz dient dabei die Saccharose, besser bekannt als Haushaltszucker. Dieser hat eine festgelegte Süßkraft mit dem Wert 1. Der vielen wohl geläufige Süßstoff Aspartam hat beispielsweise eine Süßkraft von 200. Das heißt Aspartam wird 200 mal süßer empfunden als Zucker. Andere in der EU zum Teil nicht zugelassene Süßungsmittel schaffen es auf Werte bis zu 300000.

Süßstoffe haben in den verwendeten Mengen nahezu keinen Brennwert. Sprich keine Kalorien. Aus diesem Grund sind Süßstoffe für den Verzehr bei Diabetikern geeignet. Süßstoffe können im Gegensatz zu Zucker nicht von der Mundflora verstoffwechselt werden und bietet Bakterien keinen Nährboden für Karies.

Welche Süßstoffe gibt es?

Die Liste der Süßstoffe ist lang. Einige davon sind in der EU nicht zugelassen. Hierzu zählen Stoffe wie Alitam oder Lugdunum. Die nachfolgende Aufstellung ist nur als Auszug der gängigsten Süßstoffe zu verstehen.

Aspartam

Der wohl bekannteste Stoff ist wie bereits erwähnt Aspartam mit einer Süßkraft von 200. Aspartam ist der Lebensmittelzusatzstoff 951 (E 951) und ein synthetisch hergestelltes Süßungsmittel. Verwendung findet er in „Light“ Getränken (Softdrinks), Süßigkeiten und Backwaren.

Menschen mit der angeborenen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie dürfen kein Aspartam verzehren.

Mehrere Studien haben den Zusammenhang zwischen Aspartam-Konsum und Krebs untersucht. Zusammenfassend gibt es keine konkreten Anhaltspunkte darüber das Aspartam eine krebsfördernde oder krebserzeugende Wirkung hat. Der Süßstoff wird seit mehr als 30 Jahren verwendet und gilt bis auf die erwähnte Stoffwechselerkrankung als sicher.

Stevia

Stevia wird aus der gleichnamigen Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen. Zu deutsch Honigkraut oder Süßkraut. Die Süßkraft liegt bei 450 und wird laut Lebensmittelverordnung als E960 deklariert.

Stevia ist in der EU offiziell seit 2011 zugelassen und zählt zu den sogenannten „Novel Foods“ (Neuartige Lebensmittel). Steviablätter selbst, werden aber in großen Teilen Brasiliens schon seit Jahrhunderten für das Süßen von Tee verwendet.

Der Süßstoff wird als sicher eingestuft und zeigt keine Risikoerhöhung hinsichtlich Krebs.

Trotzdem darf laut EU Verordnung maximal 30 % des Zuckers durch Stevia ersetzt werden. Aus diesem Grund haben viele Produkte die mit Stevia gesüßt sind weiterhin einen gewissen Zuckeranteil. Bekanntestes Beispiel ist hier die „Cola Life“.

Darüber hinaus gibt es Studien, die Stevia eine blutdrucksenkende und zuckersenkende Wirkung zuschreiben. Trotz dieser Vorteile legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die maximale Dosierung auf 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht fest. Diese Menge gilt als unbedenklich.

Acesulfam

Acesulfam (E950) ist wie Aspartam ein weiterer synthetischer Süßstoff mit der Süßkraft von 200. Im Gegensatz zu Aspartam ist er sehr hitzebeständig und kann gut zum Kochen und Backen verwendet werden. In Getränken findet er dazu Einsatz gepaart mit anderen Süßstoffen. Die zulässige Höchstdosis laut EU-Kommission liegt für Erwachsene bei 9 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Sucralose

Der Süßstoff Sucralose ist als Lebensmittelzusatzstoff E951 deklariert und besitzt eine Süßkraft von 600. Er hat eine weltweite Zulassung wird aber hauptsächlich in den USA produziert. Der Verzehr des Süßstoffes wird als unbedenklich eingestuft.

Menschen mit einer Fructoseintoleranz sollten auf Sucralose verzichten.

Starke Nebenwirkungen wie Durchfall und Erbrechen wären ansonsten die Folgen.

Xylit

Xylit auch bekannt als Xylitol ist eingetragen als E967. Der Stoff ist als natürlicher Zuckeralkohol in verschiedenen Gemüsesorten vorhanden. Vielen wird Xylit eventuell ein Begriff durch die Firma Xucker sein. Xucker ist Hersteller unterschiedlicher Süßstoffprodukten auf Basis von Xylit oder Erythrit. Neben den gängigen Eigenschaften von Süßstoffen hat Xylit darüber hinaus eine positive Wirkung auf die Zahngesundheit.

Süßstoff Xucker Xylit
Xucker – Xylit

Süßstoffe und Umweltbelastung

Viele Süßstoffe wie Acesulfam oder auch Sucralose können vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt werden. Aus diesem Grund werden sie unverändert wieder ausgeschieden.

Auch unsere modernen Kläranlagen filtern die Rückstände nicht komplett heraus.

Dadurch reichert es sich in der Umwelt an. In Seen und Flüssen sind Rückstände eindeutig nachweisbar. Auch in deutschen Trinkwasserproben konnten bereits Acesulfam-Rückstände nachgewiesen werden.

Süßstoff Nebenwirkungen

Alle nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen beziehen sich auf Süßstoffe, die in der EU zugelassen sind. Die meisten dieser Symptome treten in der Regel nur bei extremen Überdosierungen auf. Anderweitige nicht zugelassene Mittel können weitere unbekannte Nebenwirkungen nach sich ziehen. Der Verzehr ist somit nicht zu empfehlen.

  • Müdigkeit
  • Magen Darm Beschwerden
  • Appetitanregend

Laut DGE (Deutscher Gesellschaft für Ernährung) sind alle zugelassenen Süßstoffe in ihren Tageshöchstdosen als unbedenklich einzustufen.

Süßstoff und Insulin

Süßstoffe stehen fälschlicherweise oftmals im Verdacht eine Insulinausschüttung zu produzieren. In zahlreichen Versuchen konnte dies allerdings nicht bestätigt werden. Insulin wird vom Körper als Reaktion bei der Zufuhr von Glucose (Kohlenhydrate) ausgeschüttet. Durch den nachfolgenden Abfall des Blutzuckerspiegels kann es zu einem Hungergefühl kommen. Auch eine appetitanregende Wirkung von Süßstoffen konnte hierbei nicht bestätigt werden.

Süßstoffe – Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Keine Kalorien
  • Für Diabetiker geeignet
  • Keine erhöhtes Risiko für Zahnkaries
  • Verzehr unbedenklich*
  • Vielseitig Einsetzbar

Nachteile

  • Schlechte Umweltverträglichkeit
  • Nicht alle Süßstoffprodukte sind vegan
  • Bitterer Nachgeschmack bei einigen Stoffen

*Gilt für zugelassen Süßstoffe und Einhaltung vorgeschriebener Dosierungen

FAQ

Ist Süßstoff ungesund?

Süßstoffe mit EU Zulassung gelten in den festgelegten Maximaldosierungen als unbedenklich. Überdosierungen oder Verwendung von nicht zugelassenen Süßstoffen können unzuträglich für die Gesundheit sein.

Süßstoff oder Zucker?

Generell sollte beides nur in begrenzten Mengen konsumiert werden. Aufgrund einiger Vorteile von Süßstoffen gegenüber Zucker ist diesen der Vorzug zu geben. Ausgenommen Menschen mit der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie. Diese dürfen keine Süßstoffe mit Phenylalanin-Quelle verzehren.

Ist Süßstoff vegan?

Nicht alle Süßstoffe sind vegan. Süßstofftabletten ist oftmals Laktose (Milchzucker) beigesetzt. Flüssige Süßstoffe sind hingegen vegan.

Ist Zucker vegan?

Zucker wird zwar aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen muss aber nicht zwangsläufig vegan sein. In einigen Fällen, wird der Zucker unter Verwendung von Tierkohle entfärbt. Dieses Verfahren findet allerdings hauptsächlich Anwendung in den USA. Deutscher Zucker ist in der Regel vegan.

PIN IT!

Wenn du diesen Beitrag auf Social Media teilst, dann verlinke uns unter @veganfitwerden oder nutze den Hashtag #veganfitwerden damit wir dir ein ♥ dalassen können!

Zucker oder besser Süßstoff?

Zusammenfassung

Süßstoffe und Zucker sollte, wenn überhaupt nur in begrenzten Mengen verzehrt werden.

Aufgrund einiger Vorteile, ist Süßstoffen gegenüber Zucker der Vorzug zu gewähren. Ausnahmen bilden hierbei Stoffwechselerkrankungen oder andere Unverträglichkeiten. Besondere Vorsicht ist bei Produkten aus Nicht-EU-Ländern geboten. Nicht alle Süßstoffe haben eine EU-Zulassung und gelten als unbedenklich.

Wie handhabst du es mit Zucker und Süßstoff? Schreibe uns deine Meinung unten in die Kommentare!

Starte in Deine vegane Zukunft!

Vegan Start

In 7 Schritten in ein veganes Leben mit unserem kostenlosen Vegan Start!

Quellen

http://apps.who.int/food-additives-contaminants-jecfa-database/chemical.aspx?chemID=272 https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/suessstoffe-in-der-ernaehrung/

Das könnte Dir auch gefallen

Hinterlasse einen Kommentar

Wir verwenden Cookies auf unserer Website, um Deinen Besuch effizienter zu machen und Dir mehr Benutzerfreundlichkeit bieten zu können. Aktzeptieren Datenschutz & Impressum

Datenschutz und Cookies